Evaluationen gewaltpräventiver Maßnahmen und Projekte

Eine der zentralen Aufgaben der Arbeitsstelle Jugendgewaltprävention ist die Entwicklung und Fortschreibung eines übergreifenden Evaluationskonzepts. Hierfür hat die Arbeitsstelle ein dreisäuliges Evaluationsmodell entwickelt:

  • vorhandene Evaluationen Berliner Projekte
  • externen Evaluationen von ausgewählten Berliner Projekten
  • Selbstevaluationen

Bereits vorliegende Evaluationen zu gewaltpräventiven Projekten in Berlin werden im Rahmen der ersten Evaluationssäule ausgewertet. Die Studien durchlaufen zunächst eine methodische Qualitätsprüfung (Meta-Evaluation). Das Verfahren der Meta-Evaluation und die Erarbeitung von Evaluationskriterien ist ausführlich hier [Metaevaluation und Evaluationskriterien] beschrieben. Die Evaluationen, die eine methodisch ausreichende Qualität aufweisen, werden daran anschließend qualitativ ausgewertet (Evaluationssynthese). In einem weiteren Schritt werden die wesentlichen Ergebnisse einer Bewertung durch Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis unterzogen (kommunikative Validierung).

Das Ziel ist es, aus bereits vorhandenen Evaluationen empirische Befunde über gewaltpräventive Projekte, Programme und Maßnahmen zu akkumulieren. Die Ergebnisse der Evaluationssynthese zu Berliner Angeboten können Sie sich hier [Projekte, Programme und Maßnahmen der Gewaltprävention in Berlin. Metaevaluation und Evaluationssynthese von Berliner Evaluationen (2006 bis 2014)] herunterladen.

In der zweiten Evaluationssäule werden Konzepte für externe Evaluationen von ausgewählten gewaltpräventiven Projekten in Berlin entwickelt und umgesetzt. Ein Schwerpunkt der beauftragten oder durch die Arbeitsstelle Jugendgewaltprävention durchgeführten externen Evaluationen liegt darauf, zu überprüfen, inwieweit die Angebote ihre Ziele in Bezug auf die Prävention von Jugendgewalt erreichen, welche Wirkungen sie diesbezüglich entfalten und was hierfür förderlich oder hinderlich ist.

Auch Selbstevaluationen liefern wichtige Informationen zur Zielerreichung, zu Bedingungen der Zielerreichung und zu einer erfolgreichen Umsetzungspraxis von Projekten. Das ist Inhalt der dritten Evaluationssäule.

Die evaluierten Maßnahmen und Projekte sind sehr vielfältig, sodass auch die Größenordnungen und Laufzeiten der Evaluationen unterschiedlich ausfallen. Zudem können sich auch methodischer Ansatz und Zielstellung der Evaluationen unterscheiden — bspw. hinsichtlich der Messung von Wirkungen. Die nachfolgende Aufstellung orientiert sich daher jeweils am Zeitpunkt des Evaluationsbeginns.

Im Jahr 2014 sind folgende Projekte extern evaluiert worden, die mit unterschiedlichen Ansätzen in verschiedenen Handlungsfeldern aktiv sind:

Kurzfassungen dieser Studien präsentiert das Berliner Forum Gewaltprävention Nr. 57: Gewaltprävention auf dem Prüfstand. Evaluationsstudien zu Berliner Maßnahmen und Projekten gegen Jugendgewalt [Broschüre: Prävention auf dem Prüfstand. Evaluationsstudien zu Berliner Maßnahmen und Projekten gegen Jugendgewalt (BFG Nr. 57) Albrecht Lüter (Hg.)]

Im Jahr 2015 sind folgende Projekte extern evaluiert worden:

Ergänzend zu den Evaluationen wurden eine sozialraumbezogene Fallstudie durchgeführt: „Jugendgewalt und Prävention im sozialen Brennpunkt. Die Köllnische Heide in Berlin Neukölln“ [link Broschüre BFG Nr. 61]

Im Jahr 2016 sind folgende Projekte extern evaluiert worden:

Im Rahmen des Berliner Landesprogramms Radikalisierungsprävention

  • Teach2Reach. Aufklärungsworkshops zu religiös begründetem fundamentalismus. Ein Projekt des Violence Prevention Network e.V.

  • Konzepte gegen islamistische Radikalisierung. Evaluation eines Workshop-Konzepts der Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus e.V. [link]

  • Al-Manara. Beratung und Begleitung für unbegleitete minderjährige Geflüchtete [link]

  • Konfliktabbau durch Beratung und Integrationsförderung für Flüchtlinge und Asylsuchende

  • Therapeutische Präventions- und Interventionsmaßnahmen für gewalt- und extremismusgefährdete minderjährige Migranten und Flüchtlinge (TPIF) [link]

  • Beratungsstelle KOMPASS – Toleranz statt Extremismus [link]

 

Weitere Evaluationen 2016

  • Evaluation des Projekts Fußball und sexuelle Vielfalt des LSVD Berlin-Brandenburg.

Ergänzend wurde eine weitere sozialraumbezogene Fallstudie durchgeführt: Jugendgewalt in Marzahn-Nord. Formen, Wahrnehmung und Prävention in Schule und Sozialraum [link].

Außerdem wurde in Zusammenarbeit mit der Landeskommission Berlin gegen Gewalt die Entwicklung des Orientierungs- und Handlungsrahmens für das übergreifende Thema Gewaltprävention (OHR) [link] aufgenommen. Der OHR bezieht sich auf den neuen kompetenzorientierten Rahmenlehrplan für Schulen in Berlin und Brandenburg und wurde im Jahr 2018 der Öffentlichkeit vorgestellt.

In den Jahren 2017 und 2018 sind folgende Projekte extern evaluiert worden:

  • Professioneller Umgang mit Opfern von Straftaten als Polizeiliche Kernkompetenz. Zur Evaluation neuer Ausbildungsmodule an der Berliner Polizeiakademie.

  • NEIN zu Gewalt – egal wo! Evaluation eines schulischen Präventionsprojekts er Berliner Polizeidirektion 6.

  • Auf die Plätze!“ – Evaluation eines Projekts in Berlin – Neukölln.

  • Gewalt und Gewaltprävention in einem Ausgehviertel. RAW-Gelände/ Warschauer Brücke im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg.