Das Berliner Monitoring Jugendgewaltdelinquenz

Die Arbeitsstelle Jugendgewaltprävention erstellt seit 2014 das Monitoring Jugendgewaltdelinquenz. Das Monitoring Jugendgewaltdelinquenz gibt regelmäßig Auskunft über das Ausmaß von Jugendgewalt in Berlin, die räumliche Verbreitung von Jugendgewalt in Berlin nach Bezirken und Bezirksregionen, die Entwicklung der Gewaltbelastung im Zeitverlauf, Zusammenhänge zwischen sozialer Lage in den Regionen und ihrer Gewaltbelastung, Gewalt an Schulen in Berlin (u.a. Verbreitung und Ausmaß nach Sozialräumen sowie nach Schularten), die Verbreitung zentraler gewaltpräventiver Projekte (wie z.B. polizeiliche Präventionsveranstaltungen an Schulen), ausgewählte Aspekte der Gewaltprävention in Berlin.


Jugendgewaltbelastung in Berlin (Die Abbildung bezieht sich auf die Anzahl polizeilich registrierter Rohheitsdelikte mit Tatverdächtigen im Alter von 8- bis unter 21 Jahren pro 100.000 Einwohner/innen. Rohheitsdelikte umfassen – vereinfacht gesagt – Raubtaten, Körperverletzungen sowie Straftaten gegen die persönliche Freiheit. Quelle: Monitoring Jugendgewaltdelinquenz 2016, S. 166

Jährliche Sonderauswertungen betrachten bestimmte Schwerpunkte:

Monitoring Jugendgewaltdelinquenz 2015

  • Bezirksprofile: Jugendgewalt und ihre Prävention in den Bezirken

Monitoring Jugendgewaltdelinquenz 2016

  • Verbreitung und Entwicklung von Risikofaktoren und darauf ausgerichtete Präventionsangebote in Berlin, wie z.B. miterlebte häusliche Gewalt, Kindesmisshandlungen, Schuldistanz, Aspekte der Schulkultur
  • Sozialräumliche Analyse der Gewaltbelastung nach Wohnort der Tatverdächtigen (im Vergleich zu tatortbezogenen Statistiken) am Beispiel Tempelhof-Schönebergs

Monitoring Jugendgewaltdelinquenz 2017

  • Politisch motivierte Jugendgewalt
  • Intensivtäter/innen in Berlin
  • Bezirksprofile: Jugendgewalt und ihre Prävention in den Bezirken

Eine Schüler/innenbefragung

wurde ergänzend zu Beginn der Arbeitsstelle Jugendgewaltprävention im Jahr 2013/14 umgesetzt. Sie beleuchtet das sogenannte Dunkelfeld, also Gewaltvorfälle, die nicht bei der Polizei gemeldet werden, und Kontextfaktoren zur Lebenssituation der Jugendlichen (Gewalterfahrung und Lebenslage). Sie umfasst u.a.

  • erlebte körperliche Gewalt als Täter/in bzw. als Opfer,
  • erlebtes Mobbing als Täter/in bzw. als Opfer,
  • Kontextfaktoren wie die Sprache, die in der Familie gesprochen wird,
  • Bewertung von Präventionsangeboten aus Sicht der Jugendlichen,
  • einen umfassenden Service- und Adressteil mit Angeboten zur Jugendgewaltprävention an Schulen (Serviceteil).
  • Das Sample umfasst n = 767 Schüler/innen der 7. Klasse, im Durchschnitt 13 Jahre alt, aus 15 Schulen, davon 3 Gymnasien und 3 ISS aus ausgewählten Regionen mit einem hohen Maß an Jugendgewalt, aber Unterschieden hinsichtlich der sozialen Zusammensetzung.

Daten, auf die das Monitoring zurückgreift

Das Monitoring greift sekundäranalytisch auf unterschiedliche Datenquellen zurück und führt diese soweit möglich zusammen. Zentrale Datenquellen des Monitorings sind u.a.

  • polizeiliche Daten zur Zahl der Täter/innen für Berlin insgesamt (Polizeiliche Kriminalstatistik),
  • polizeiliche Daten zu Gewaltfällen mit Tatverdächtigen der jeweiligen Altersgruppe nach Bezirken und Bezirksregionen (polizeiliche Verlaufsstatistik),
  • Gewaltmeldungen der Schulen an die zuständige Senatsverwaltung (Notfallmeldungen),
  • polizeilich registrierte Gewaltvorfälle an Schulen,
  • Daten des Amts für Statistik Berlin-Brandenburg (u.a. Einwohnerregister),
  • wohnortbezogene Daten der bezirklichen Jugendgerichtshilfe,
  • Daten von Trägern und Verwaltungen zur Umsetzung gewaltpräventiver Projekte.

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